Mit einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung zu LSBTTI-Jugendarbeit hatten sich die SPD-Kreistagsfraktion und die Jusos Rhein-Sieg auf den Weg gemacht, diese Form der Jugendarbeit für lesbische, schwule, bi-, trans-, intersexuelle und transgender Jugendliche im Rhein-Sieg-Kreis zu etablieren. „Wir freuen uns, dass der Kreistag nun je 11.000 Euro für die nächsten beiden Jahre bereitstellt, um ein Konzept für queere Angebote in unserem Kreis zu entwickeln. So können wir endlich auch ein spezielles Unterstützungsangebot für Jugendliche in unseren ländlicheren Kommunen etablieren, die bisher auf die nächste Großstadt ausweichen müssen. Dabei muss es um Sensibilisierung und Qualifizierung bestehender Strukturen gehen, aber vor allem auch um neue Angebote, die Jugendliche bei der Selbstfindung unterstützen“, erklärt der Juso-Kreisvorsitzende Mario Dahm.

Im Vorfeld hatte eine Arbeitsgruppe der Gesundheitsagentur Rhein-Sieg, an der sich auch Mitglieder verschiedener Parteien beteiligt hatten, ein erstes Konzept für ein schwul-lesbisches Jugendzentrum erstellt und Fördermittel beantragt. Der Vorschlag stieß zunächst auf Vorbehalte der Koalition. Die SPD-Fraktion erreichte im Jugendhilfeausschuss, dass die Mittel mit Sperrvermerk dennoch im Haushalt bereitgestellt werden, um weiter an dem Konzept zu arbeiten. Der Kreisausschuss bestätigte das schließlich einstimmig.

„Mit dem Konzept der Gesundheitsagentur liegt eine gute Ausgangsbasis vor, die nun zusammen mit den Jugendämtern, dem Träger und der NRW-Fachberatung weiter ausgearbeitet werden kann. Gut ist auch, dass man unserem Vorschlag gefolgt ist, die insgesamt 22.000 Euro aus der allgemeinen Kreisumlage zu finanzieren, um nicht die Jugendamtskommunen alleine zu belasten“, ergänzt der Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion Folke große Deters.