In einer Anfrage an die Kreisverwaltung thematisierte die SPD-Kreistagsfraktion die abgerufenen Fördermittel für den öffentlich geförderten Wohnungsbau im Rhein-Sieg-Kreis. Die Antwort der Verwaltung löst bei den Sozialdemokraten große Ernüchterung aus. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass im Kreisgebiet in diesem Jahr rund 20 Millionen Euro weniger Fördermittel abgerufen wurden als 2016. 33 Millionen Euro Fördermittel für den gesamten Rhein-Sieg-Kreis sind mit Blick auf den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Kreis und Kommunen dürfen nicht länger zuwarten, sondern müssen schnell die Voraussetzungen dafür schaffen, dass mehr Fördermittel abgerufen werden können!“, fordert der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dietmar Tendler.

Darüber hinaus kritisieren die Sozialdemokraten nach wie vor die passive Rolle der Kommunen bei der Akquirierung von Fördermitteln und dem Bau von öffentlich geförderten Wohnungen. Lediglich 5,6 Millionen Euro wurden von öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften abgerufen, während private Akteure mit 22,6 Millionen den größten Anteil des Fördertopfes in Höhe von 33 Millionen Euro akquiriert haben. „Das Thema Wohnungsbau müssen wir über einen langen Zeitraum denken. Am Wohnungsmarkt können wir sehen, dass der Markt versagt. Wenn vor allem gewinnorientierte Unternehmen von den Fördermitteln profitieren, werden wir den Mangel an Wohnraum nicht bewältigen können, da diese neugebauten Wohnungen langfristig aus der Sozialbindung fallen und zu höheren Preisen angeboten werden. Sinnvoller wäre es, wenn sich Kommunen und öffentliche Wohnungsbaugesellschaften stärker um bezahlbare Wohnungen kümmern würden, um günstige Wohnungen auch unabhängig von den Bindungsfristen anbieten zu können. Das ist aus unserer Sicht echte kommunale Daseinsvorsorge“, erklärt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Folke große Deters abschließend.